Samstag, 26. Mai 2012, 10:41:31 Uhr

18. Dezember 2008, 06:27

Die Zürcher Sixdays mit 5000 Zuschauern weniger

Sportlich waren sie das Beste, was je an Six Days Sport in Zürich geboten wurde. Wirtschaftlich aber scheinen die diesjährigen Sixdays mit einem Verlust abzuschliessen.Rund 5000 Budgetierte Zuschauer haben gefehlt. Über die Gründe will im Moment niemand sprechen, sie scheinen aber im Vorfeld der Veranstaltung zu liegen, weil man schlicht zu wenig in werblicher Hinsicht unternommen hat. Die nächste Veranstaltung ist noch gesichert, bessert es nicht - so wird Manager Urs Gerber nichts anderes übrig bleiben, wie er sagt - als den Stecker zu ziehen!

Brüttisellen (mk) Allein guter Sport genügt nicht mehr. Vergleicht man bw. die Zürcher Sixdays mit denen in Berlin, merkt man schnell, dass das zwei komplett verschiedene Veranstaltungen sind. Berlin hat es seit je her fertig gebracht, den Sechstagezirkus zum wahren Zirkus zu machen. Wer Berlin sagt, der meint auch jeden Abend volles Haus und Jubel, Trubel und nicht zuletzt an Heiserkeit. Die Show ist perfekt inszeniert, bis ins kleinste Detail. Und man scheut sich auch nicht, erstklassige Unterhaltungsprogramme an der Spree zu bieten. Man lässt auch Promis auffahren - und dies in Schaaren. Und was das verwunderliche ist - sie kommen, im Gegensatz zu Zürich. Und genau diese zwei Punkte, sind die Wichtigsten.

Zürich fehlt der Dompteur

Brav, bräver am brävsten. Zürich hat gnadenlos keinen Dirigenten! Der fehlt. Einer der das Showprogramm gekonnt in Szene setzt und alles was dazu gehört - Musik, Prominenz, Rennen, gute Lauen, gute Shows etc. koordiniert. Er soll das Beste daraus machen und eben noch ein bisschen mehr. Diesen Giganten muss Zürich finden. Im Moment ist er noch nicht da. Nur mit neuen Ideen haben die Zürcher Sixdays überhaupt noch eine Chance um zu überleben. Im immer schwerer werdenden Schweizer Wirtschaftsumfeld wird sonst ohne Hemmungen der Stecker rausgezogen - wie Urs Gerber sagt.

Sixdays der Moderne sind Inszernierungen der Show

Nur mit dem Namen Radsport werden früher oder später überaupt keine Zuschauer mehr kommen. Sie wollen Spektakel, Show, Unterhaltung, Fröhlichkeit und vor allem dorthin gehen, wo das Aussergewöhnliche noch existiert. Zürich ist, so gut die Bahnshow auch war, in allen übrigen Punkten durchgefallen. Vielleicht müsste auch da für das Showprogramm ein Sponsor her, der seine Interessen vollumfänglich vertreten kann und eben vor allem ein neuer mutiger Dirigent.

Dem CSI in Zürich ist es ähnlich ergangen

Vor zwei Jahren war die Halle jeden Tag gerammelt voll. Des Rätsels Lösung war, der junge explosive Zauberer und Illiusionär Peter Marvey hatte alle verzaubert, verzaubert mit seinen Pferden und seiner Kutsche - die wie von Geisterhand mitsamt den Pferden durch die Halle schwebte. Das gehört eigentlich zur Show. Und letztes Jahr, als man beim CSI meinte ohne grossartige Shows auszukommen, sind die Zahlen so schnell nach unten getaucht, wie sie vor zwei Jahren nach oben schossen. Es gibt sicher noch tausend andere Möglichkeiten das Schiff wieder flott zu kriegen - ohne Show aber, werden die Sixdays 2009 endgültig die letzten Sixdays sein.

Dortmund, Stuttgart und vielleicht auch noch München sollten eine Warnung sein

Die Menschen haben sich geändert, die neue Generation ist da und diese ist nicht nur verwöhnt sondern auch äusserst kritisch. Weder Dortmund, noch Stuttgart und schon gar nicht München, haben nur das Kleinste an Veränderung getan. Die Quittung haben sie postwendend bekommen. Diese Sixdays sind von der Bildfläche verschwunden oder wie München, werden noch verschwinden. Macht man den Vergleich mit Berlin, dann sieht man, dass die Berliner sich immer wieder etwas neues einfallen lassen - noch verrückteres-noch ausgefalleners oder einfach clever gute Ideen. Dass ist die Sprache, die im Jetzt gesprochen wird und hierher gehören hoffentlich bald auch wieder die Zürcher Sixdays.

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