Samstag, 26. Mai 2012, 10:36:25 Uhr

15. Dezember 2008, 14:27

Die Zürcher Sixdays kommen nicht auf Touren

Sportlich ein Gewinn - Publikumsmässig eher mässig!

Die 52. Zürcher Sixdays bringen erstklassige sportliche Höhepunkte. Das Fahrerfeld liefert dem Publikum spannende und prikelnde Rennathmosphäre. Was ist aber los - bei den Zürcher Sixdays - das Publikum fehlt fast gänzlich. Die Gründe sind sicher nicht am gebotenen Sport zu suchen eher am faden Beiprogramm, der müden Shows und der fehlenden Prominenz aus Politik und Show. Da hat man den Eindruck, dass fest gespart und nichts Neues riskiert wurde. Fehlt es an Ideen? Das Publikum ist verwöhnt und möchte auch in der Halle wo sonst Megastars aus dem Showbuisness auftreten, zum sportlichen Erfolg auch einen Kulturellen.

Brüttisellen (mk) Gründe für den dramatischen Publikumsrückgang einfach so aus dem Aermel zu schütteln, wäre zu einfach. Doch es gibt sicher einige Mängel im Umfeld, sei dies organisatorisch oder Publikumsbezogen. Ob die Dopingfälle Einfluss auf den Sixdays Sport nehmen ist schwer zu sagen. Schlimm ist höchstens die Tatsache, dass in dieser Sparte ebenfalls kräftig gedopt wird, das jüngste Kind war der vor zwei Wochen gefilzte Sixdays Megastar Iljo Keisse mit Leistungsfördernden Mittelchen im Urin.

An der Leistung kann es nicht liegen an den Ideen schon

Die Sixdaysfahrer bringen auch dieses Jahr absolute Top-Leistung auf die Bretter. Sie strengen sich an, zeigen immer gute Laune und kämpfen bis zum Letzten. Ob jetzt die Trennung der beiden Schweizer Sechstagefihgter Risi und Marvulli richtig oder falsch war, ist nicht so relevant. Beide der neuformierten Mannschaften sind eine echte Bereicherung der Sechstageszene und könnten auch andererorts für Schlagzeilen sorgen. Bei den Ideen des Ablaufs etc.da könnte schon mehr drinn liegen. Das Knistern fehlt, der Funke springt nicht über und bw. die Steher, die viel zu der Attraktion beitragen könnten - sind sowieso nur die Lückenbüsser. Auch wenn die UCI das Steherprogramm aus ihrem Repertoire gekippt hat, ist da viel Kapital vorhanden. Hier müsste man auch nicht nach altverkrampften UCI Regeln schauen, man könnte frisch von der Leber weg neues Kreieren. Wieso kann man bw. nicht ein Ausscheidungsfahren machen? Ein Zeitfahren? unzählige Möglichkeiten liegen da brach.

Schöner Innenraum mit tollem Embiente

Auch im innern der Rennbahn hat sich einiges zum Guten getan. Die Verschiebung des Überganges auf die Eingangsseite der Halle ist sicher als Superidee zu werten, auch wurde im Innenraum viel für das wohl des Zuschauers unternommen.

Die Show und der Unterhaltungswert fehlen

Als einziger Mangelpunkt bleibt da die Show übrig. Und von dieser lebt seit Zeiten der Sixdays Sport. Show und Politik - Promis und Sport - in den besten Zeiten glänzte das Sechstagerennen mit viel Prominenz und gutem Showprogramm. Diese Prominenz ist aber praktisch von der Bildfläche verschwunden und taucht in der Halle nicht mehr auf. So führen die Sixday eine etwas einseitige Beziehung zu der Showveranstaltung. Jedes Jahr das Gleiche, wer kann dass schon bieten? - Hier wäre mit etwas Ideenreichtum sicher mehr herauszuholen. Zu einfach ist das Konzept dieser Abteilung und ausserdem zu durchsichtig. Nicht gerade schlau, war auch die Verlegung in den frühen Dezember. Über's Neujahr hätten die Sixdays auf Dauer Publikumsmässig eine Chance gehabt. Wollte man da etwa zuviel?

Die wahren Gründe zu suchen ist schwer

Was jetzt aber ausschlaggebend für den markanten Publikumsrückgang ist, ist schwer zu sagen. Wieviele Zuschauer es genau sind, wird man vielleicht am Ende der Sixdays erfahren. Im Moment werden keine Zahlen bekannt gegeben - darüber schweigt man im Wädlitempel. Alleine mit dem Desaster, steht allerdings Zürich nicht da. Schon Dortmund, München und Stuttgart, hatten letztes Jahr rote Zahlen und einige Zehntausend an Zuschauereinnahmen zu wenig geschrieben. Dortmund hat tiefrot aufgegeben, in München wird anfangs 2009 darüber entschieden, ob man weiter machen will, das Budgegt 2008 wurde bei weitem nicht erreicht. Das Stuttgarter Sechstagerennen vom Januar ist bereits wegen Imageverlust im Radsport, abgesagt worden. Zürich wird nach zwei guten Jahren dem Trend folgen (müssen?)

Vielleicht ist es aber einfach die Zeit, die am Produkt Six Days nagt. Doping hat sicher dazu begetragen, dass man nicht mehr kommt, Doping allein die Schuld zu geben, dass wäre wohl zu einfach. Eines ist dennoch sicher, auch nächstes Jahr werden die Rennfahrer über die Zürcher Bretter donnern - so sagte es der Veranstalter bereits im Vorfeld der Veranstaltung. Die Sponsoren haben zugesagt, Zürich 2009 wir stattfinden. Ein kleiner Hoffnungsschimmer zeigt sich auch am Horizont, ARD und ZDF haben sich überlegt eine Sixdays Serie zu starten, dies als Ausfall des Strassenrennsportes. Wie weit aber dieses Projekt fortgeschritten ist, weiss niemand und ob es anhand der Zuschauerzaheln überhaupt weitergeführt wird - auch nicht.

Leserkommentare (0) »

Hier liegt mehr drinn! Der von der UCI schon auf's Eis gelegte Stehersport hat viele Facetten und ein grosses Potential um Zuschauer und die Welt zu begeistern! Im Sixdays Sport führt er allerdings ein Lückenbüsser dasein. Mit Wille und einige pfiffigen Neuerungen, kann man Massen bewegen.

Dem Sechstage Zirkus fehlt es an Inovationen. Der Erfolg liegt buchstäblich auf der Piste. Neue Ideen (Männer??) braucht das Land.