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14. März 2010, 22:17

Holly Crawford und Michal Ligocki siegen in der Halfpipe von Valmalenco

Ligocki schreibt Geschichte - Lamoureux neuer Weltcup-Führender

Holly Crawford (AUS) und Michal Ligocki (POL) haben den Halfpipe Weltcup von Valmalenco für sich entschieden. Im vorletzten Halfpipe-Wettbewerb des LG Snowboard FIS Weltcup 2010 setzte sich die Australierin bei den Damen mit 40.4 Punkten durch und feierte damit nach Furano 2007 ihren zweiten Weltcup-Sieg. Ursina Haller (SUI, 37.5) wurde Zweite, Mercedes Nicoll (CAN) nur 0.4 Punkte dahinter Dritte. Bei den Männern schrieb Michal Ligocki mit dem ersten Triumph seiner Karriere Weltcup-Geschichte. Noch nie zuvor hatte ein Pole einen Männer-Halfpipe-Weltcup für sich entscheiden können. Mit 40.7 Punkten verwies Ligocki Roger Kleivdal (NOR, 37.2) und den Schweizer Patrick Burgener (37.0) auf die Plätze zwei und drei. Der viertplatzierte Kanadier Justin Lamoureux (34.8) übernahm bei nur mehr einem ausstehenden Wettbewerb die Führung im Weltcup. (Alle Fotos Oliver Kraus Fis)

14.3.2010 Brüttisellen (mk) Durch seinen heutigen Sieg trat Michal Ligocki zudem in familiäre Fußstapfen, und zwar in vielerlei Hinsicht. Seine Cousine Paulina Ligocka war bei den Damen die erste Polin, die in der Halfpipe triumphieren konnte (Leysin 2006). 2008 zog der ältere Bruder des heutigen Siegers Mateusz nach und sicherte sich seinen ersten Erfolg im Snowboard Cross in Valmalenco. Und weitere zwei Jahre später schlug heute an selber Stelle die Stunde von Michal Ligocki, was diesen zum spontanen Ausruf „Ich liebe Valmalenco“ animierte.

Allerdings kam der heutige Triumph für Ligocki überraschend, hatte er in 55 Weltcup-Starts zuvor nur ein Mal das Finale erreichen können (Serre Chevalier 2008). So stand dann auch bislang nur ein achter Platz als bestes Ergebnis für den zweimaligen Olympiateilnehmer zu Buche. Doch dank seines immens hoch und sauber in die Pipe gezauberten Siegruns, bestehend aus „Backside Air“, „Frontside 900“, „Backside 900“, „Frontside 720“ und „Cab 720“, platzte endlich der Knoten. „Heute ist ein Traum wahr geworden. Ich glaube, der Druck von Olympia ist abgefallen. Dadurch konnte ich mich auf mein Riding konzentrieren und musste nicht mehr aufs Ergebnis schielen. Es ist einfach großartig. Ich glaube ich werde die nächsten Tage feiern“, so der 24-Jährige.

Roger Kleivdal, der heute als Zweiter sein erstes Podium einfahren konnte, war ebenfalls bestens gelaunt. Vor allem, nachdem er als Qualifikationszweiter im ersten Run gepatzt hatte, dann aber im zweiten Versuch „Frontside 720“, „Haakon Flip“, „Frontside Air“ sowie „Back-to-back 900’s“ sicher landete. „Ich war ganz schön nervös. Ich wollte so kurz vorm Saisonende unbedingt ein gutes Ergebnis erzielen. Ich bin froh, dass ich meinen Lauf, den ich im Training so gut drauf hatte, auch im Finale zeigen konnte. Es ist schön, dass das mit dem Podium belohnt wurde.“

Qualifikationsbesten dominieren Damenfinale

Anders als bei den Männern, wo sich der Qualifikationsachte erfolgreich durchsetzen konnte, drückten die beiden Top-Riderinnen der Vorrunde auch dem Damenfinale ihren Stempel auf – nur mit umgekehrter Platzierung. Am Ende feierte Holly Crawford dank extremer Höhe bei ihrer Trickserie den Sieg. Die Olympiaachte startete mit einem „Lien Air“, ließ „Backside Air“, „Frontside 540“, „Japan Air“ und „Frontside 720“ folgen, ehe sie ihren Run mit einem „Cab 360“ beendete. „Es ist toll. Mir liegen einfach die Wettkämpfe mehr, wenn es relaxed und chillig zugeht“, so die 26-Jährige nach ihrem zehnten Weltcup-Podium.

Der zweite Sieg ihrer Karriere war zudem der zweite für Australien im Verlauf des Weltcup-Wochenendes von Valmalenco. Vor zwei Tagen hatte Alex Pullin erstmals im Snowboard Cross gewonnen; eine Tatsache, die Crawford augenzwinkernd kommentierte: „Es scheint, dass wir ganz gut drauf sind, wenn kein Trainer mit vor Ort ist.“

Ursina Haller zeigte sich nach ihrem ersten Podium ebenfalls sehr zufrieden, zumal sie ihr fahrerisches Können endlich auch im Weltcup zeigen konnte: „Ich war bislang nicht so erfolgreich im FIS Weltcup. Ich bin glücklich, dass es geklappt hat. Es war lässig zu fahren heute. Und wenn es dann noch gut ausgeht, ist es doppelt lässig“ so die 24-Jährige, die „Frontside Air“, „Backside 540“, „Frontside 540“, „Backside Air“ und „Frontside 720“ landete.

Kommende Woche finden vom 18. bis 21. März 2010 erstmals die Weltcup-Finals in Spanien statt. In La Molina stehen im Snowboard Cross, in der Halfpipe und im Parallel Riesenslalom die letzten Entscheidungen eines langen und ereignisreichen Winters an.

Das HP-Podium von Valmalenco:
Damen
Herren

1. Holly Crawford (AUS) 1. Michal Ligocki (POL)

2. Ursina Haller (SUI) 2. Roger Kleivdal (NOR)
3. Mercedes Nicoll (CAN) 3. Patrick Burgener (SUI)

Resultate Ladys HP Valmalenco (Pdf, 186 kB)
 

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