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12. März 2010, 23:06

Lindsey Jacobellis und Alex Pullin entscheiden vorletzten Snowboard Cross in Valmalenco für sich

Lindsey Jacobellis (USA) und Alex Pullin (AUS) haben den vorletzten Snowboard Cross des LG Snowboard FIS Weltcup 2010 für sich entschieden. Die Olympiafünfte aus den USA
verwies im Finale der Frauen die Goldmedaillengewinnerin von Vancouver 2010, Maelle Ricker (CAN) und deren Landsfrau Dominique Maltais auf die Plätze zwei und drei. Die
amtierende Weltmeisterin Helene Olafsen (NOR) wurde Vierte. Bei den Männern setzte sich erst zum zweiten Mal in der Geschichte des Weltcups ein Australier im Snowboard Cross
durch. Beim Premierensieg von Alex Pullin auf dem anspruchsvollen und mit vielen Sprüngen gespickten Kurs von Valmalenco sicherten sich Mario Fuchs (AUT) und Mateusz
Ligocki (POL) den zweiten und dritten Rang auf dem Podium. Alberto Schiavon (ITA) musste sich bei seinem Heimrennen mit dem undankbaren vierten Platz begnügen.

12.3.2010 Brüttisellen (mk) Unglücklich war es vor allem für den Italiener, da es im Finale der Männer äußerst knapp zugegangen war. Nach mehrmaligen Positionswechseln hinter dem von Beginn an führenden Australier, waren Pullin, Fuchs und Schiavon dicht hintereinander aus der letzten Kurve auf den Zielsprung zugefahren. Als jeder um die bessere Platzierung kämpfte, war plötzlich kein Platz mehr, so dass Fuchs und Schiavon stürzten, der Italiener leider über das Fangnetz und somit aus den Top-3.

„Wir waren zu dritt innerhalb von einem halben Meter“, kommentierte dann auch der zweitplatzierte Salzburger Mario Fuchs. „Wir konnten beide nichts mehr tun und sind abgeflogen, mit dem glücklicheren Ausgang für mich. Ich bin auf der Piste aufgekommen und konnte mir erstmals den zweiten Platz sichern. Der hat mir noch in meiner Sammlung
gefehlt. Das ist eine Genugtuung nach der Enttäuschung bei Olympia“, so der 33-Jährige.

Erlösung für Pullin

Auch für Pullin war es eine Wiedergutmachung der besonderen Art, nachdem er bei den Winterspielen als Qualifikations-schnellster und in seinem Achtelfinale in Führung liegend
aufgrund eines Fahrfehlers alle olympischen Hoffnungen hatte begraben müssen. „Es war ein langer Weg seit Vancouver. Ich habe den ganzen letzten Monat an nichts anderes gedacht, als hier zu gewinnen. Es ist eine Erlösung.“

Der Australier schien sich im sechsten Snowboard Cross der laufenden Saison die Last von Vancouver von den Schultern fahren zu wollen. Pullin entschied jeden Start für sich und
überquerte nur im Achtelfinale die Ziellinie nicht als Erster. „Ich bin glücklich, dass ich momentan so gut drauf bin und hoffe, dass ich das Momentum mit in die nächsten Jahre nehmen kann“, so der 22-Jährige, der im Weltcup-Zirkus auch gerne mal die Konkurrenz mit Soloeinlagen an der Gitarre unterhält.

Weltcup-Vorentscheidung bei den Damen

Bei den Damen lieferten sich die Top-4 des Tages ebenfalls ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, das am Ende Lindsey Jacobellis in der Kurven-Kombination der vorletzten Sektion
für sich entschied, als sie an Ricker vorbeizog „Ich wusste, dass ich Maelle (Ricker) am Start nicht schlagen kann. Also habe ich im Semifinale analysiert, wo ich sie packen könnte.

Das ist mir dann auch gelungen“, so die Olympiazweite von Turin 2006. Getreu dem Motto „Ich stürze lieber als nicht ein Überholmanöver zu versuchen“ ging Jacobellis an ihrer Konkurrentin vorbei und machte den Sack zu. Dementsprechend
zufrieden präsentierte sich die 24-Jährige nach ihrem 21. Weltcup-Sieg: „Ich komme aus einer wetteifernd Familie. Also will ich jeden Wettbewerb, bei dem ich antrete, auch
gewinnen. Ich bin glücklich, dass es geklappt hat.“ Ebenso gut gelaunt war Maelle Ricker – trotz der verpassten Chance, den vierten Saisonsieg einzufahren. „Ich habe das Rennen und die guten Bedingungen genossen. Ich bin einfach nur froh, nach über einem Monat endlich wieder auf dem Brett zu stehen“, so die Kanadierin. „Ich bin in der Rollersektion in der Mitte des Kurses aus dem Rhythmus
gekommen. Das darf einem in einem solchen Heat natürlich nicht passieren“, analysierte die amtierende Olympiasiegerin abschließend.

Dank des zweiten Platzes ist ihr wohl auch der Weltcup- Titel nicht mehr zu nehmen ist. Momentan liegt die 31-Jährige mit 4.760 Punkten weit vor Helene Olafsen (3.550), und hält die Form, sollte die kleine Kristallkugel trotz des obligatorischen Streichergebnisses bei nur mehr einem ausstehenden Rennen bei den Weltcup-Finals in La Molina mit nach Squamish, B.C. reisen. Den Titel bei den Männern hatte schon vor dem heutigen Rennen Pierre Vaultier (FRA), der heute 16. wurde, sicher.

Das SBX Podium von Valmalenco:

Damen Herren

1. Lindsey Jacobellis (USA) 1. Alex Pullin (AUS)

2. Maelle Ricker (CAN) 2. Mario Fuchs (AUT)
3. Dominique Maltais (CAN) 3. Mateusz Ligocki (POL)
4. Helene Olafsen (NOR) 4. Alberto Schiavon (ITA)

Die Schweizer konnten sich wie folgt platzieren :

Damen Herren

5. Simona Meiler 37. Fabio Caduff
9. Mellie Francon 52. Thomas Feldmann
16. Emilie Aubry DNF Hans Reichen
DNS Sandra Freitag

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