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Alle Fotos (c) Marcel Krebs

Dirk Heidemann ist einer der aussergewöhnlichsten Menschen im deutschen Tanzsport. Heidemann hat jahrelang hart für den DTV und die IDSF gearbeitet. Seine Beförderung an die Trainerspitze ist der verdiente Lohn für einen Menschen, der sich mit Haut und Haar dem Tanzsport verschrieben hat. Marcel Krebs hat sich mit ihm anlässlich der GOC 2007 in Stuttgart unterhalten.


Dirk Heidemann ist eine der schillernsten Figuren im deutschen Tanz. Obwohl er nie die ganz grossen Titel eines Weltmeisters erreicht hat, sind seine Choreografien der aktiven Tänzerzeit, heute noch in bester Erinerung. Er, der viel im Standard- und Lateintanzen bewegt hat, ist jedoch immer bescheiden geblieben. Andere, Freunde und Paare die er trainierte und deren Erfolge, waren für ihn wichtiger als er selbst. Heidemann hat mit Menschen viel erreicht, hat aber auch wie er selber sagt, viel Enttäuschungen hinnehmen müssen.

Dirk Heidemann wurde am 18.April irgend eines Jahres in Berlin geboren. Seine ersten Tanzschritte machte er bei Mady Keller, der berühmten Berlinerin. Showtanzen und Teilnahme an der 10 Tänze EM in der Berliner Deutschlandhalle, machten das Tanztalent schon bald Deutschlandbekannt. 1979 erfolgte der Übertritt nach drei aufeinanderfolgenden S-Klass Turniersiegen zu den Profis. Heidemann war mit seiner Partnerin Gabriella Ann Davis in vielen Professionals Finals dabei und macht mit ihr die Tanzsporttrainer Ausbildung beim ADTV. Daneben war er ein begehrtes Model für Modefirmen und Cover - Model für die Freie Berliner Kunstausstellung. 1980 zog er sich vom aktiven Turniertanzsport zurück.

Seine Trainerarbeit führte ihn nach Hamburg in den Imperial-Club. Er betreute und trainierte Paare wie Marco Sietas/Kathrin KönigStefan Ossenkop .  Pia David Laurens Mechelke/Nicole Roy und viele mehr. In der Zwischenzeit hatte sich Heidemann zum gesuchten Choreographen für Modelagenturen, Modeevents und Fotochoreografen der berühmten Fotoagentur Linda Evangelist und deren Fotografen Andre Rau hochgearbeitet.  Es folgte der grosse Showauftritt mit Janet Marmulla in "Dirty Dancing" in der grossen Deutschlandhalle und die Deutschlandweite 20Min Kostümshow "Latin-Dreams", die grosse Erfolge feierte.


In "Schattenflamenco" in der Berliner Deutschlandhalle machte er weiter. 1992 gab er ein Comeback bei den Profis. In der Deutschen Kürmeisterschaft wurde er mit seiner "Ocean-Club" Kür - auf Anhieb 3. hinter Lepehne/Weisser und Galke/Schreiber. An der GOC belegte er im Profifeld den vierten Platz. Neben vielen Tanzerfolgen verschrieb er sich immer mehr der Arbeit als Choreograph. Er arbeitete auch am Drehbuch für einen Tanzfilm mit. Mit Regisseur Christoph Eichhorn arbeitete er fürs Guggenheimmuseum in New York unter anderem auch mit Liza Minelli und Marisa Berenson.

Dazu machte er sich einen Namen im Trainergeschäft. Spitzenpaare wie Svenn Ninnemann/Magdalen Budach, Oliver Seefeldt und Britta Gericke und mehr. Seine erfolgreiche Tätigkeit blieb nicht verborgen.Zuerst wurde er zum Landestrainer Sachsen und Sachsen-Anhalt berufen. Dann folgte er auf Einladung der chinesischen Regierung nach Beijing und führte in der dortigen Dance Academy ein zweiwöchiges Trainingslager mit den Chinesichen Spitzenpaaren durch. Er studierte mit den besten Tänzern eine abendfüllende Bühnenshow ein, dessen Premiere im Poly-Theatre Peking vom chinesischen Staatsfernsehen Übertragen wurde. Daraus entstand eine DVD Produktion. Auf Grund des grossen Erfolges won "The Red Skirt" machte die Aufnahme den Sprung in das Creativ-Comitee Beijjing 2008, der olympischen Spiele. Bis heute unterrichtet Heidemann immer wieder in ganz China.

Seine Berufung zum Referenten des Deutschen Junioren und Jugend-Bundeskaders Latein war dann für Dirk Heidemann eine weiter Bestätigung seiner wertvollen Arbeit in Sinne des Tanzsportes.  2004 wurde er zum Professor der Sport-Universität Yingdao berufen. Er schulte anschliessend jedes Jahr Trainer und Tanzdozenten an der Yingdao Sportuniversität. Sein Paar Christoph Kies und Blanca Ribas wurde inzwischen Vize-Weltmeister im Zehntanz. Seine Berufung diesen Frühling zum Bundestrainer des DTV ist eine weitere Bestätigung und der Lohn für seine wervolle Arbeit am Tanzsport.




SPORTHEUTE: Du bist kürzlich zum neuen Bundestrainer ernannt worden, macht Dich das auch stolz?

Dirk Heidemann:  Natürlich, es macht mich sehr stolz. Es ist irgendwie auch eine Genugtuung für alles das, was ich in den letzten Jahren für den DTV, die IDSF und die Tänzer gemacht habe. Es hat mich auch wirklich sehr gefreut, dass man mich für diesen verantwortungsreichen Posten bestimmt hat.

Sportheute: Bringst Du jetzt auch neuen Schwung und den sogenannten frischen Wind da rein?

Dirk Heidemann: Ja klar, Die Verbandstrainer verstehen sich alle ja ganz gut und wir arbeiten alle sehr positiv miteinander zusammen. Es hat sich bereits sehr fortschrittlich entwickelt. Für meine Arbeit als Bundestrainer wünsche ich, dass jeder Verbandstrainer so seine Stärken mit einbringt. Und das zum Wohle der Deutschen Paare. Diese Paare stehen ja, wie man gesehen hat, im Moment auch nicht mehr so da, wie auch schon. Wir haben einfach zu wenig Paare in Deutschland. Deutschland ist eben keine Tanznation. Aber auch bw. in England ist das ja das Gleiche. Ja, noch schlimmer. Die haben praktischen niemanden mehr, der international noch was zeigen kann und sich vorne platzieren kann.

Sportheute: Was verstehst Du denn unter einer Tanznation?

Dirk Heidemann: Das Tanzen in der Kultur gelehrt wird. Das Tanzen bw. an der Schule , der öffentlichen als ganz selbstverständlich unterrichtet wird. Das ist weder bei uns in Deutschland noch in England und auch bei Euch in der Schweiz nicht der Fall. Es ist eben nach wie vor so, dass Tanzen als uncool gilt. Und wenn noch getanzt wird, dann wird allerhöchstens Hip Hop gemacht. Also eben diese Dinge, die im Zeitgeist gerade so vorne liegen. Bei You can Dance hat ja niemand für einen Tango oder eine Rumba angerufen. Es gibt auch in Deutschland zu wenig Leute die das machen wollen z. B. Lateintanzen oder Standardtanzen. Und dann haben wir auch nicht mehr diese Energie, diese Leistungsbereitschaft.

Sportheute: Denkst Du denn nicht auch, dass die Flut der russischen Tänzer und Tänzerinnen die nach Deutschland gekommen sind, diesen Mythos zerstört haben?

Dirk Heidemann: Das hat sicher grossen Einfluss gehabt. Ich habe als Bundesjugend Kadertrainer 18 Paare gehabt und von denen waren 16 Paare alles andere als Deutsche. Da waren neben Russen auch Weissrussen, Littauer, Slowaken,Polen,Tschechen, Ungaren und woher sie alle aus dem Osten kamen, aber eben leider keine Deutschen.  Wer sich natürlich mit 12, 13, 14 oder 15 entscheidet nach Deutschland zu gehen, ohne Eltern, ohne Familie, der geht natürlich nach Deutschland um zu gewinnen um ganz oben zu stehen. Für die Deutschen ist das natürlich alles nicht so hart. Man hat ja ein schönes Leben in Deutschland. Das wird ja in wunderbarer Weise auch von den Eltern vorgelebt.

Sportheute: Was macht denn der Unterschied, gerade von den östlichen Paaren zu uns normalen Europäern aus?

Dirk Heidemann: Die Tänzerinnen und Tänzer aus dem Osten haben ein viel grösseres, stärkeres Selbstbewusstsein. Schon wenn sie auf die Fläche gehen, strahlen sie das im grossen Masse aus. Ihre Kultur und ihre Geschichte trägt natürliche auch viel dazu bei. Ein weiterer Unterschied ist, die Deutschen lernen Finger auf den Mund und Zurückhaltung und die lernen, du kickst den weg und den weg und den......und das genau spürst Du auf der Fläche, wenn sie sich bewegen. Dann kommt bw. dazu, dass die Ostfrauen viel früher in der Entwicklung zum erwachsenen Alter sind. Da spielt sicher viel die Erziehung, die Kultur und ich glaube auch die Genetik mit. Und da genau liegt unser Problem. Da hinken wir hinterher.

Sportheute: Was kann man dagegen machen?

Dirk Heidemann: Das ist sehr schwierig. Man müsste die, die in Deutschland potential haben noch mehr herausfiltern und noch mehr fördern. Das ist aber alles nicht so einfach. Damit sie schneller nach oben kommen.  Wenn Du Dir bw. den Fillipo ansiehst, dann siehst Du was da der Unterschied zu unseren Deutschen und auch Deinen Schweizern ausmacht. Da steck viel, viel Arbeit, Erziehung, Wille und Kraft zum Kampf dahinter, da siehst Du und staunst. Fillippo und seine russische Partnerin Anna Melnikova leben Tanzen als Lebensgefühl. Da hast Du keine Chance, wenn Du nicht fürs Tanzen lebst. Wir hingegen machen Zugeständnisse zu allem was uns über den Weg läuft und so lernen wir auch nie mit einem solche Selbstwertgefühl auf die Fläche zu laufen, d.h. Sieg um jeden Preis!




Sportheute: Für Dich ist diese Berufung sicher eine Herausforderung?

Dirk Heidemann: Ja, sicher  - ich besinne mich aber auf meine Stärken und die liegen vor allem im choreografischen, in der Musik, also im musikalischen und ich sehe vielleicht ein bisschen mehr oder anders, auf was es schlussendlich draufankommt. Für mich braucht es das Gesamtpacket. D.h. alles muss sich in diesem Packet vereinen. Dazu gehört natürlich auch die Technik etc.

Sportheute: Reden wir mal von den Kleidern. Wer die grossen Finale im Latein und im Standard besucht hat, dem ist sofort aufgefallen, dass dieses Jahr, wir reden vom Spitzenbereich, zur Einfachheit übergegangen worden ist. Und trotzdem war die Kleider schön. Siehst Du ebenfalls diesen Trend?

Dirk Heidemann: Die Kleider bei den Spitzenpaaren waren nicht nur schön - sie waren wunderschön. Solche Kleider hat man noch nie gesehen. Besonders im Latein, sind die Fallröcke in einer solchen Einfachheit aber mit einer solchen Raffinesse geschneidert worden, dass einem das Augenwasser kam. Das war ganz eindeutig so schön wie noch nie! Besonders natürlich von den Italienern, das Kleid von Anna bei Fillippo war so unglaublich schön und so vielfältig, aber auch Maurizio Vescovo und Melinda hatten einfache aber wunderschöne teuerste Stoffe mit ganz verblüffenden Schnitten und ganz kleinen Strassteilen. Was aber nicht hinwegtäuschen mag, diese Kleider sind einfach aber sehr, sehr teuer! Viele Kleiderschnitte sind exklusiv von berühmten  Modeschöpfern gefertigt worden.  Man staune der raffiniertn Gürtel bei Melinda wie auch bei Anna. D.h. aber auch, diese Paare haben einfach einen super Geschmack.  Ich rede da allerdings von den drei ersten Plätzen im Amateur Latein Turnier. Nachher wurde es dann manchmal auch nicht so schön, wie bw. der Zoran Plohl mit seiner Tatsiana, aber immer noch besser als vieles wo du weiter hinten an Kleidungsimpressionen siehst.

Aber genau da, geht es um den Wiedererkennungswert den die Anderen nicht hatten. Aber man muss auch sagen, habe lieber einen Erkennungswert als gar keinen, so kommst du wenigstens wieder eine Runde weiter. So ist das dann auch mit dem Kleid, auch wenn es mal daneben schlägt nicht so schlimm, Hauptsache man erkennt es und die darin steckende wieder.

Sportheute: Was ist denn da nun wirklich wichtig um eine Runde weiterzukommen?

Dirk Heidemann: Gerade heute hat mich ein Paar gefragt, Dirk was haben wir denn falsch gemacht, wir haben so gut getanzt und sind in der 96er rausgeflogen? Weisst Du was ich Ihnen gesagt habe? - Wenn ihr in der 96er weiterkommen wollt, dann müsst ihr nicht Tanzen, sondern euch präsentieren, euch zeigen, präsentieren um zu Überleben. Und dann verstehen viele nicht warum gerade die weiterkommen oder die, oder die - welche doch viel schlechter Tanzen! Sie sehen es sicher richtig, dass sie besser sind, aber...........
sie hat kein Mensch gesehen, weil sie sich nicht präsentieren konnten, sich nicht durchsetzen konnten und wie eine verwelkte Blume über die Tanzfläche hüpften. Dann kommt es halt auf die Ausstrahlung an, dazu gehört eben, dass man Selbstsicher ist, rücksichtsloser ist und natürlich eben das entsprechende Outfit hat.


Sportheute: Kommen denn heute immer noch so viele Tänzerinnen und Tänzer aus dem Osten nach Deutschland?

Dirk Heidemann: Das kann ich ganz klar mit Nein beantworten. Nach den neuen Gesetzen ist es schwieriger, sehr viel schwieriger geworden, dass man einfach nach Deutschland kommen kann und sich einen Tanzpartner oder Tanzpartnerin schnappen kann und so sein Brot verdienen kann. Dass kommt aber bestimmt unserem Tanzsport zu Gute. So können wir uns endlich gesund weiterentwickeln, entwickeln so wie wir uns auch wirklich entwickeln können. Dass mit dem Einkaufen hört also auf. Dass ist auch gut so. Denn hatten sie Erfolg, die Niederlassungsbewilligung, dann sind sie meistens zum nächst Besseren gezogen und haben am Schluss sogar zusammengetanzt, ohne einen Deutschen oder eine Deutsche.

Sportheute: Ist denn das Potential im deutschen Kader für höheres vorhanden?

Dirk Heidemann: Sicher, das Potential ist da. Die Frage ist jetz nur, wollen sie wirklich alles daran setzten um nach oben zu kommen. Das ist die Frage! Man hat ja Geld vom Papa, kann ja wenns nicht klappt etwas anderes machen und,und,und.....Man sieht dies an verschiedenen Beispielen. Da habe auch ich meine Erfahrungen mit verschiedenen überdurchschnittlichen Tänzerinnen und Tänzern gemacht. Man muss auch sagen, dass sie manchmal zu schnell nach oben kommen, es ihnen langweilig wird und sie anfangen hier und da und dort was zu machen, da gibt es Kohle und, ja dann ist es meistens auch vorbei mit der Tanzkarriere. Wenn du wirklich im Tanzen ganz nach oben willst, dann musst du schon lange, lange durchhalten.

Sportheute: Mal eine ganz gemeine Frage, wenn ich ein guter Tänzer werden will, brauche ich da die best ausgefeilste Technik?

Dirk Heidemann: Ich sage es immer wieder:" Technik ist Mittel zum Zweck!" Du musst also wissen, wie und wo stelle ich mich hin oder an, damit ich dies oder das machen kann. Nichts anderes. Ich brauche schlicht gesagt die Technik um nicht umzufallen. Technik ist dazu da um das Tanzen einfacher zu machen! Dann muss ich gut in der Musik sein, ich muss es hören. Mehr nicht. Die meisten, sagen wir einmal ausser den ersten 48 sind "Richtigtänzer!" aber ein Richtigtänzer kann nicht an die Spitze kommen. Ein Tänzer muss mehr an der Musikalität arbeiten. Daran möchte ich auch als Bundestrainer arbeiten. Vom Richtigtänzer zum musikalischen Tänzer. Ich habe mir vorgestern auch die Vorrunden im Grandslam angeschaut und genau das gesehen. Die Tanzen da alles technisch richtig und hören dabei überhaupt nicht die Musik. Die sind so mit sich selber und ihrem Tanzen beschäftigt, dass so bestimmt nichts rauskommen kann. Und keiner hört auf den Takt, dabei müsste man sogar innerhalb des Taktes auf den Takt hören. Das sind die Richtigtänzer. Was wir aber brauch sind Tänzer!! Tanzen heisst etwas ausprobieren und dazu die Technik entwickeln.


Sportheute: Was ist Dein Lieblingsessen?

Dirk Heidemann: Oh Gott! Mmh...eigentlich Tatare! mit viel Zwiebeln!

Sportheute: Was machst Du in Deiner Freizeit?

Dirk Heidemann: Ich habe für ein Hobby keine Zeit. Ich geniesse es aber wenn ich mal zu Hause bin, gegen eine Wand zu sitzen und die Bilder anzuschaue, die dort hängen. Und es beruhigt mich auch Waschmaschinen zuzuschauen. Es gefällt mir auch, in meiner Freizeit mal nichts zu tun.

Sportheute: Die Feen Frage - Du kannst einer Fee drei Wünsche sagen, welche sind das?

Dirk Heidemann: Frieden, Zufrieden sein und ein 290m2 Penthouse in Barcelona.

Sportheute: Wie ist Deine Beziehung zu Geld?

Dirk Heidemann: Ich gebe es gern aus.

Sportheute: Deine Lieblingsfarbe?

Dirk Heidemann:  Hellblau.

Sportheute: Wohin möchtest Du am liebsten?

Dirk Heidemann: Spanien!

Sportheute: Wäre das auch eine Alternative, dort zu leben?

Dirk Heidemann: Ja klar, ich werde sicher irgendwann dorthin ziehen.

Sportheute: Was wünschtst Du Dir dem Tanzsport?

Dirk Heidemann: Ich wünsche ihm eine Einheit. Einen Frieden und eine grosse Gemeinsamkeit. Alle sollten sich vereinen. Alle zusammenarbeiten.

Dieses Gespräch fand während der GOC 2007 in Stuttgart statt.