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Fotos Andrea Derungs - Andrea Krebs&Marcel Krebs für Sportheute.ch


Von Marcel Krebs

24.6.07 Zürich. Am Sonntag lag Zürich mitten in Hawaii. Der Ironman der wie immer im Juni in der Limmatstadt halt macht, brachte ein stolzes Feld von über 1800 Athletinnen und Athleten an den Start, die alle mit ein paar kleinen Ausnahmen, das Rennen zu Ende liefen. Wer die Tortour von 3,8km Schwimmen, 180km Radfahren und 42,195km Marathon schlussendlich hinter sich gebracht hatte, der war glücklich, stolz und zufrieden. Er oder Sie hatte eine wahnsinnige Leistung vollbracht, eine Leistung die in die persönliche Geschichte eines jeden Einzelnen eingehen wird.

Zürich im Hawaii Fieber

Zürich erlebte am Sonntag einen Zuschauerrekord. 140.000 standen alleine im und um das Zielgelände auf der Landiwiese. Sowas hat die Limmatstadt bei einer Sportveranstaltung noch nie erlebt. Und wer geglaubt hat, die Zuschauer seien passiv, der hat sich mächtig geirrt. Ein solche Stimmung, ein solches Fest bei herrlichstem Sonnenschein und Hochsommertemperaturen findet nicht jeden Tag statt. Hawaii mitten in Zürich - am Strand von Wollishofen!



Ein Durchkommen war kaum möglich - Das Zielgelände mit 140.000 Tausend begeisterten Zuschauern!


Die rund 1900 Starter drängen sich in allerletzter Minute zum Sandstrand in Wollishofen. Wer nicht zur absoluten Spitze gehört, der durfte nicht an der Boje starten, der musste beim Marathon Urknall so schnell als möglich ins Wasser rennen. Bis das aber soweit war, bevölkerten schon in den frühen Morgenstunden rund 20.000 Menschen die Landiwiese und mit Kuhglockengeläute, Trompeten und Rasseln. Sie heizten schon lange vor dem Start ihre Athleten an. Wer bis dahin noch nicht wach war, der konnte sich die gute Laune nicht verkneifen. Hallo Wach war angesagt. Die Aufregung, der Stress und natürlich der gute Startplatz war wichtig, wollte man nicht schon auf den ersten Metern von einem Nebenschwimmer unter Wasser gedrückt werden.











Wenn am Morgen um fünf vor Sieben ins kalte Nass gesprungen wird, dann haben praktisch alle Athleten die teuren Neopren Anzüge übergestreift. Hauteng und glatt wie ein Aal - schlängelt man sich dann durch das Wasser. Dieser Kälteschutz ist von einer Dauer von 47 Minuten des Schnellsten bis zu 2 Stunden und 24 Minuten des Langsamsten auch notwendig. Wer nicht als Eiszapfen aus dem Wasser kommen will, dem sei diese Methode "wärmstens" empfohlen, will er nicht untergehen wie ein Anker. Und wer hier nicht in einer angemessenen Zeit aus dem Wasser steigt, der steht auf ziemlich verlorenen Posten da. Diese Zeit ist meist nur schwer einzuholen.






Nach 3,8km aus dem Wasser zu steigen ist alleine schon eine Leistung für sich. Die Gleichgewichtsorgane haben sich an eine horizontale Lage gewöhnt und reagieren je nach dem, ganz schön ecklig auf das Aussteigen. Da kann es schon vorkommen, das man schwankt oder einfach wieder rückwärts ins Wasser fällt. Für solch Fälle stehen aber die Helfer beim Ausstieg bereit. Sie reichen ihre helfenden Hände und manch einer ist froh, wenn ihm unter die Arme gegriffen wird. Schwimmen ist im Ironman bei vielen die schwächste Disziplin, vielleicht weil wir im Festland nicht zu den Wasserratten gehören, die sonst in Meeresnähe zu finden sind. So muss jeder für sich alleine kämpfen, für den eigenen Sieg und für den Ironman. Wer diese knapp vier Kilometer überstanden hat, der kann sich jetzt auf die wunderbaren 180km auf dem Bike freuen. In Zürich ist das eine homogene ausgeglichene Strecke, die eher als schnell gilt. Einzig die drei Aufstiege zum Pfannenstiel, zur Forch und der kurze Breakhill in Kilchberg, mögen den Athleten zusetzen. Man darf aber auch hier die Wetterumstände nicht unterschätzen. Bei heissen Termperaturen wie am Sonntag, kann auch der kurze Aufstieg in Kilchberg in die Beine gehen.


Die Bikestrecke in Zürich führt durch die schönste Gegend rund um das untere Zürichseebecken. Nach einer flachen Einrolletappe, steigt in Meilen die Strecke happig an und führt hinauf Richtung Pfannestiel. Auf diesen vier Steigungs-
kilometern werden die Athleten von Tausenden begeisterten Zuschauern angefeuert und wer oben auf dem Scheitelpunkt einen Platz bekommen will, der muss früh aufstehen. Eine blendende Aussicht ist garantiert. Von hier oben überblickt man das untere Seebecken des Zürichsees und sieht bis weit in die Glarner Alpen. Hier vereint sich der Mensch mit seiner Maschinen und der Natur. Nur wer Eins in Eins hier hochpedalt, wird diesen bösen Hill dreimal schaffen.




Hinauf auf die Höhe - zu Karibikklängen, das gibt es nur am Ironman in Zürich


Die, welche nach spätestens sechs Stunden mit dem Bike in die Wechselzone rennen, die können noch immer mit einem Platz unter den 500 Besten des Tages rechnen. Für die Spitze reichen allerdings diese sechs Stunden nicht mehr, die ist schon nach  viereinhalb Stunden durchgekommen. Wer nach Hawaii will und dafür können sich in Zürich 75 Triathleten den Startplatz holen, der muss allerdings auch unter fünf Stunden das Bike an den Nagel in der Wechselzone hängen, sonst fliegen andere in die Südsee.


Hallo zusammen - nur noch 42.195 km dann bin ich bei Euch!


Wer unter zehn Stunden ins Ziel kommt, ist schon wer, der aber vierzehn dreiviertel Stunden braucht ist der Ironman der durchgebissen hat, Wunden geleckt hat, krämpfe besiegt und zum dritten Mal den scheiss Hill raufgefahren ist, zum dritten Mal von Kilchberg kommend Richtung Ziel gerannt ist und bei der parallelen Passage gedacht hat noch fünf Kilometer was mache ich überhaupt, sich aber durchgerungen hat und schlussendlich als grossartiger Sieger über sich selbst, seiner inneren Abneigung gegen Strapazen und dem Willen zum Durchhalten über alles was seine mentale Physe gegen oder für ihn gesprochen - gesiegt hat!