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Eine Reportage von Andrea und Marcel Krebs Text und Fotos (c)


11.6.07 - Wo früher Schmuggler mühsam Kaffee, Zigaretten und andere gut verkaufbaren Waren auf dem Saumpfad über den Passo die Capagneda nach Italien schleppten ist heute ein friedlicher Bergpfad geworden. Auf der italienischen Seite führt die Strasse weit hinauf bis zum Staudamm Campomoro - von wo dann der geheimnisvolle Bergpfad auf über 2600 m/üM - den Passo die Capagneda beginnt. Auf der Schweizer Seite hinunter zum Ziel nach Poschiavo, erwartet die Läufer wohl eine der anspruchsvollsten Abschnitte internationaler Berglaufstrecken. Da wo das Gefälle zweitweise über 25 Gefälle Prozente beträgt, kann nur ein Läufertyp mit Kraft, Ausdauer und grosser Technik bestehen. Der Blick stets ein paar Meter nach Vorne gerichtet um gefährliche Stellen geschickt zu überspringen oder zu umgehen, muss der Läufer auch gute Einschätzmöglichkeiten und einen weitreichenden Überblick besitzen, sonst wird er bald mit verstauchtem Fuss oder noch Schlimmeren auf feuchtem Gelände sitzen bleiben.




Sportheute hat den Sky Race unterhalb des Passo di Campagneda an den an- spruchsvollsten Stellen der Strecke zwei Kilometer nach der Passierung der Passhöhe verfolgt und sich dann nach unten "zurückgezogen". Die Strecke die insgesamt 31 km misst und einen Höhenunterschied von 3.650 Metern aufweist und ziemlich genau die Hälfte bergauf und die Andere bergab geht, ist an diesen Stellen Laufentscheidend. Wer hier voll durchgeht, holt auf einem Kilometer gut ung gerne eine Minute auf die Konkurrenz heraus. Auf diesem ausgetretenen Bergpfad mit tausenden von "Stolper-
steinen flog der Sieger Marco de Gasperi förmlich hinunter. Schwierige Passagen übersprang er einfach und es resultierte daraus schon mal einen 4 Metersprung! Für den Zuschauer unglaublich! Die folgenden Mejia und Schiessel waren da schon vorsichtiger. Der Berglaufweltmeister von 2004 ist in einer bestechenden Form und da wir erst am Anfang der Berglaufsaison stehen - wohl dieses Jahr einer der ganz heissen Favoriten für die Berglauf Weltmeisterschaft in Interlaken.


Fantastische Bergwelt - von den über 550 Gestarteten erreichten 448 Läuferinnen und Läufer Poschiavo  - Eine unglaubliche Leistung - Welch Glücksgefühl!

448 Läuferinnen und Läufer beendeten das Rennen. Gestartet waren in Lanzada 550. Jeder der ins Ziel gekommen ist, ist ein Meister des Berglaufes.


Maroc de Gasperi stellte einen neuen absoluten Streckenrekord auf. Mit einer Totalzeit von 2:32.03 blieb er um 2 Minuten und 36 Sekunden unter der Bestmarke von Ricardo Mejia. Marco de Gasperi's Höllenlauf war auf einer anderen Ebene als der aller seiner Konkurrenten. Der Italiener zeigte eine beeindruckende Leistung und war sich nicht zu schade voll ans Limit zu gehen. Der Vorsprung von über fünf Minuten am Ziel, zeigte dann schlussendlich seine einsame Klasse am diesjährigen Sky Race 2007. De Gasperi hat in seiner Laufkarriere fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Auf jedem Gelände ist er zu Hause. Ob steil, flach, über Bergläufe oder Bergmarathons seine Vielfalt ist grenzenlos. Marco de Gasperi ist in seiner Art einmalig - er ist der König der Berge!


Ein überlegener Sieger der Ex Weltmeister aus Italien Mario de Gasperi






Ein strahlender Helmut Schiessl sagte diese Worte im Ziel. "Über vier Minuten bin ich schneller gelaufen als letztes Jahr! Unglaublich! Marco allerdings lief heute in einer anderen Stärkeklasse. Was der heute vollbracht hat, ist schlicht sensationell und verdient höchste Achtung." Auf die Frage seiner Pläne meinte Helmut Schiessl:" Ich bin jetzt Profi geworden und da ist es schwieriger zu Laufen. Man spürt einen gewissen Druck, mit dem man fertig werden muss. Die Veranstalter die einem verpflichten wollen ja für ihr Geld auch etwas davon haben. Aber sonst ist es für mich der schönste Beruf dern ich mir vorstellen kann. Ich liebe den Berglaufsport jeden Tag mehr."  Und zur laufenden Saison sagte Schiessel:" Ich werden ziemlich sicher den Davoser Alpine Marathon laufen. Dann ein paar Läufe in Italien." Auf die Frage ob er betreffend seiner Aussicht auf die Laufzukunft nicht ein bisschen Tiefstaple sagte Schiessl:" Man weiss bei diesen schweren Läufen nie, wo man genau steht. Dann kommt es sehr genau auf die Saisonplanung an um dann im richtigen Moment den Power für den Exploit zu haben." Auf die Frage der Marathon Weltmeisterschaft meinte er nur: " Die ist im September und da kann noch viel passieren. Speziell mache ich mir da noch keine Gedanken. Sehr gerne möchte ich an der WM mitlaufen. Prognosen? Keine. Da sind wirklich dann die Allerbesten der Welt dabei und die sind gut, wirklich gut." Helmut Schiessl ist ein grossartiger Sportler, sympatisch wirkt er und man spürt die Freude die er an seinem Beruf hat. Dass ist nicht alltäglich. Helmut Schiessl ist auf dem besten Wege, einer der ganz grossen zu werden. Das Zeug dazu hat er, die Sympathie des Laufvolkes auch.


Der Sieger der Jahre 2003 und 2005 und Rekordhalter bis zu diesem Jahr, Ricardo Mejia und der letzjährige Sieger Helmut Schiessl, lieferten sich ein packendes Duell über viele, viele Kilometer. Mejia konnte Schiessel im Aufstieg zum Passo Capadegma abhängen. Schiessel lief da (musste) sein Tempo laufen. "Im Interview sagte Helmut Schiessel: Ich musste zu diesem Zeitpunkt Mejia ziehen lassen, konnte ihn aber auf Distanz halten. Ich wusste aber auch, dass ich folgenden schwierigen technischen Teil, dem Abstieg vom Pass meine Vorteile ausspielen konnte. So war es dann auch. Ich konnte Riccardo auf einer kleinen Ebene dann einholen und im steilen Schlussabstieg auf die Alp distanzieren. Unten war es dann nur noch eine Verteidigung meines Vorsprunges auf Mejia. Die beiden trugen viel zur Spannung des Rennens bei. Mejia versuchte lange entscheidend wegzukommen, konnte aber den Deutschen nie entscheidend distanzieren. "Als ich im Aufstieg zum Pass glaubte Helmut entscheidend distanziert zu haben, da war ich bereits auf der Passhöhe und musste einsehen, dass es sehr schwierig sein würde Helmut von den Fersen fernzuhalten. Helmut Schiessl ist ein excellenter Techniker und mit allen Wassern gewaschen. Bergab kann man ihm kaum folgen." Meinte Mejia.


Sie haben den diesjährigen Sky Race von Lanzada nach Poschiavo geprägt!
v.l.n.r. Helmut Schiessl - Sieger Marco de Gasperi -  Riccardo Mejia