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Alle Fotos Marcel Krebs und Andrea Derungs für Sportheute.ch


15.7.08mk.Zürich. In den Höhen Schnee - im Süden Hochwasser und in Zürich, dass wohl grässlichste Wetter der letzten Jahre. Und doch, die Athleten und Athletinnen des diesjährigen wohl härtesten, je in der Schweiz ausgetragenen Ironmans,  spulten ihre Leistung ab, als sei es heller Sonnenschein. Alle Achtung an die 1'940 Athleten, die eine wahnsinns Leistung vollbracht haben. Aber auch die über  300  Athleten, die aufgeben mussten, sei es aus medizinischen oder anderen Gründen - gehört gröchster Respekt. Man kann sagen, wer hier in Zürich gestartet ist und als Finisher durchs Ziel gelaufen ist - Hut ab!

Ein kalter Regenmorgen

Nicht wie sonst präsentierte sich die Wechselzone im strahlenden frühmorgendlichen Sonnenlicht. Feuchtigkeit - Regen und Temperaturen um die 10 Grad+, liessen die Athleten bis kurz vor dem Start ihr Warmup und Checks an der Technik, in warmen Kleidern ausführen . Dies tat aber der ausgelassenen Stimmung des Ironmans nichts ab. Mit einer Selbstverständlichkeit, die einfach beim fröhlichen Volk der Triathleten dazugehört - trugen die Leistungsverrückten die Sachen in der Wechselzone zusammen, damit ein reibungloser Wechsel von der Schwimmdisziplin zum Rennvelo gewährleistet war. Wer dem bunten treiben zu sah, der schüttelte bewundern den Kopf und konnte sich kaum vorstellen was auf die über 2'200 Startenden in den verschiedenen Kategorien zu kam.

Erstmals ein Schwimmstart im Wasser

Aus Sicherheitsgründen wurde dieses Jahr der Schwimmstart ins Wasser verlegt. Die grosse Anzahl der Triathleten (+25%) liess keinen Start von Land aus zu. Für die Zuschauer vielleicht weniger spektakulär dafür der Unfallgefahr der Athleten und Athletinnen Sorge getragen, schickte der Starter Punkt 6.55 die Profis auf die Schwimmstrecke. 07.00 folgte dann die grosse Schaar der wagemutigen Triathleten. Fürs schwimmen tat die Abwechslung im kühlen Nass gut. Im Gegensatz zu der Aussentemperatur, war das Wasser im Zürichsee 21,4° C .





Vom Schwimmen in die Wechselzone

Leicht ist die Schwimdistanz am Sonntagmorgen niemandem vorgekommen. Auch wenn es im Wasser angenehm warm war, war der diesjährige Ironman von Anfang an eine äusserst harte Angelegenheit. So mussten schon einige der Athleten Federn lassen und während oder kurz nach dem Schwimmen aufgeben. Der kurze Ausstieg aus dem Wasser und das kurze Racing über die künstliche Insel bei der Landiwiese war natürlich für die Zuschauer attraktiv, spannend und faszinierend mitanzusehen.




Nicht alle Athleten kamen so locker durch die Wechselzone. Vor allem der Athlet, der auf der Strasse erstaunt festgestellt hat, dass ihm ein Schuh an der Pedale fehlte. Sie nahmen's aber alle gelassen - spulten zurück und holten den verlorenen Schuh auf ihrem Wechselzonenplatz.


Selbst ich musste mich überwinden auf dem Sozius Platz zu nehmen. Es regnete wie aus Kübeln und Kameramaterial etc. drohte in der Wasserflut, des sich öffnenden Himmels zu völlig zu streiken. Nach einer verwegenen Fahrt hinter dem Ironman Schnellzug her, richtete ich mich schlussendlich auf dem Kulimînationspunkt ein und wartete mit der nimmermüden Zuschauerkulisse und der Guggenmusik auf die Ersten Fahrer des grossen Teilnehmerfeldes. Der Regen war nach wie vor stark und durchnässte auch die besten Regenkleider.






Sie kamen - die Stars des Ironman's und dann die Freizeitathleten mit ungebrochenem Willen

Wie der spätere Sieger Ronnie Schildknecht die Steigung hinauf gesprintet kam, war schon sehr beeindruckend. Er fuhr schon hier in einer eigenen Kategorie. Seine schärfsten Konkurrenten hatten da bereits mehr Mühe.

Das Wetter war unterdessen noch ungemütlicher geworden und liess den einen oder anderen Athleten vor Kälte erzittern, wie der Engländer, der nach warmen Kleidern fragte. Ein harte Sache - sie kämpften wie die Löwen die letzen Meter der ersten wirklichen Steigung hinauf und durften nach einem Kilometer Abfahrt und total durchfroren, bereits den Aufstieg auf die Forch in Angriff nehmen.

Mit der Hightechmaschine 180km über nasse Strassen

Wenn die Giganten des Marathons mit ihren Superrennmaschinen über den Asphalt rasen - könnte mancher Rennfahrer neidisch werden. Das Beste vom Besten ist auch dieses Jahr an Material zu sehen. Kaum im Laden, montieren es die Triathleten an ihren Maschinen oder holen jedes Jahr das Neuste gleich komplett beim Händler ab. Da startete einer mit einer gegen 15.000 Franken teuren Rennmaschine. Keine sieben Kilogramm, sei sie schwer meinte er und, sie habe alles vom besten aufgeschraubt, was im Moment auf dem Markt zu kaufen sei. Da bekommen die grossen Stars wie Schildknecht und Co. sogar wässrige Augen - ihre Maschinen sehen und fühlen sich da wie tonnenschwere Panzermaschinen an.





Das Drama am Berg

Der Aufstieg zum Kulminationspunkt am unteren Pfannenstiel ist hart - besonders wenn die Kälte und der Regen den Ton angeben. Zähneklappernd strampelten sie da die Steigung hoch, obwohl der Höhenritt die Athleten hinauf auf die Höhe kräftig ins Schwitzen brachte. Unermüdlich spielten die Guggen Rocken-Roll und allerlei fetzige Musik. Aber auch zum Caribic Sound wollte unter den Fahrern keine Stimmung aufkommen, zu viel hatten sie mit sich selbst zu tun, waren zu leicht angezogen oder einfach von oben bis unten nass.  Doch Lichtbllicke gab's auch hie und da, wenn die ganz Verrückten im Takt zur Musik auf den 10.000 Franken teuren Hightech - Renner mitschaukelten.

Dass dieses Berghighlight nochmals gefahren werden durfte nahm jedoch keinen Einfluss auf die Lust der radelnden Ironmanpiloten. Im Gegenteil - mit aller Kraft ging's Richtung Egg im 70km/std Tempo und strömendem Regen.

Stürze zu hauf

Auf den glitschigen nassen Abfahrten rutschte mancher Triathlet aus. Zu hohe Tempi in den Kurven oder falsche Einschätzung der Verhältnisse brachte viele Schürfungen und Quetschungen an den durchtrainierten Körpern der Vollblut Athleten. Schwere Unfälle gab es aber auch dieses Jahr nicht. Ein blöder Sturz eines Rennfahrers vermochte allerdings sein Schlüsselbein in Mitleidenschaft zu ziehen.